5 Fragen an Christine Völkel

Die Startup-Szene in Frankfurt hat einiges zu bieten neben innovativen Startups, kreativen Coworking Spaces, auch Acceleratoren und mehr. Damit ihr einen kleinen Einblick bekommt, was es alles gibt, stellen wir euch immer wieder coole Persönlichkeiten aus der Szene vor. Dieses Mal ist Christine Völkel bei uns zu Gast, sie managt als Senior Project Manager bei der dfv Euro Finance Group alles, was mit Digitalisierung der Finanzwirtschaft zu tun hat und ist damit mitten drin, wenn es um EuroFinanceWeek Mitte November geht.

DAS INTERVIEW/

Hallo Christine, schön, dass Du die Zeit gefunden hast, für uns einmal Rede und Antwort zu stehen. Zuallererst stell Dich einfach kurz vor, wer bist Du und was machst Du?

Mein Name ist Christine Völkel und ich arbeite als Senior Project Manager bei der dfv Euro Finance Group, einem Konferenzveranstalter für Kongresse und Events im Finanzbereich. Mein Schwerpunkte sind alles, was mit der Digitalisierung der Finanzwirtschaft zu tun hat – von Blockchain über AI bis hin zu Robo Advisory oder Digital Identity. Zudem habe ich eine Schwäche für Start-ups, da ich selbst aus einem komme.

Ich war neun Jahre lang beim Deutschen Anleger Fernsehen – zuerst als Volontärin später als Redaktions- und Programmleitung tätig. In den ersten Arbeitswochen saßen wir dort auf einer Baustelle zwischen Plastikfolien und einer Kreissäge. Binnen weniger Wochen haben wir als 20-köpfiges Team erst einen Onlinesender und später einen TV-Sender im klassischen Sinn aufgebaut. Ich habe allerhöchsten Respekt für jede Gründerin und jeden Gründer, die sich der Herausforderung stellen, etwas aus dem Nichts zu schaffen. Es gibt bei so etwas immer viele Höhen und Tiefen. Das schöne an so einem Projekt ist allerdings – zumindest in meiner Erfahrung – dass es Menschen zusammenschweißt.

 

Die EURO FINANCE WEEK steht ja vor der Tür – was passiert da genau? Was sind die großen Themen 2018?

Die EURO FINANCE WEEK findet vom 12. – 16. November nun schon zum 21. Mal statt. Für mich ist es nun die vierte EURO FINANCE WEEK und es wird in diesem Jahr mehr denn je um die Digitalisierung der Finanzindustrie gehen. Es gibt kaum eine Fachkonferenz, wo das Thema ausbleibt.

Die Woche hat drei Schwerpunkte: Regulierung, Digitalisierung und Asset Management.

Ich verantworte in diesem Jahr die Konferenzen „Cyber Risk, Regulation & Technology“ sowie die EURO FINANCE TECH. Hier sprechen wir über die klassischen Trendthemen, über die man mittlerweile auch täglich in der Zeitung liest: Blockchain, Kryptowährungen, Künstliche Intelligenz etc., aber auch Open Banking, potentielle neue Geschäftsmodelle durch die richtige Verarbeitung von Daten sowie die Veränderung der Versicherungsbranche durch InsureTechs haben hier ihren Platz. (Anmerkung der Redaktion: Zu diesen Themen findet ihr auch spannende Infos im Interview mit Phong Dao.)

Außerdem dürfen die Eröffnungskonferenz, das Green Finance Forum, der China Day oder auch das Frankfurt European Real Estate Forum fehlen, wenn man über die EURO FINANCE WEEK spricht. Wir haben insgesamt 25 Einzelkonferenzen und Abendveranstaltungen in dieser Woche. Wer mehr darüber wissen oder teilnehmen möchte, kann sich gerne auf unserer Webseite informieren oder mir eine kurze E-Mail (christine.voelkel@dfv.de) schreiben.

 

FinTechSzene Frankfurt – wer oder was fasziniert Dich? Was ist toll? Welche Personen, Events, Startups sind spannend?

Mich fasziniert ehrlich gesagt die Community an sich. Ich habe in den letzten drei Jahren so viele tolle Menschen mit großartigen Ideen kennengelernt, dass es nicht fair wäre hier einzelne Namen zu nennen, da ich mit Sicherheit jemanden vergessen würde.

Mich begeistert aber vor allem auch die Motivation, der Ehrgeiz und die Leidenschaft, die die jungen Gründer mitbringen. Es ist schon toll, wenn jemand über sein Projekt berichtet und man das Funkeln in den Augen sehen und den Stolz spüren kann. Das bewundere ich, denn zum Gründen gehört auch eine ordentliche Portion Mut. Das respektiere ich.

Daher bemühe ich mich darum, Leute zusammenzubringen, die einander vielleicht unterstützen können. Genauso, wie es viele andere für mich getan haben. Nur so funktioniert die Community. Und natürlich geht Networking am besten auf Veranstaltungen. Ich bin ein großer Fan des Meetups „FinTech in and around Frankfurt“ oder auch des „Blockchain Meetup Frankfurt“. Hier trifft man immer wieder spannende neue Leute aus verschiedenen Branchen sowie natürlich auch „alte bekannte Gesichter“. 🙂

 

Du organisiert eine der größten Finanz-Konferenzen – wie bist Du dazu gekommen?

Wie ich dazu kam? Mit etwas Glück 🙂 Nach zwölf Jahren Fernsehen, davon neun beim Wirtschafts- und Börsenfernsehen, wollte ich mich einfach beruflich verändern und habe nach einer neuen Herausforderung gesucht. Allerdings war ich mir nicht einmal sicher, wie die neue Herausforderung aussehen könnte. Ich hatte damals für das Deutsche Anleger Fernsehen am Hauptsitz in Kulmbach (Bayern) gearbeitet. Zudem hatten wir als Börsensender natürlich ein Studio in Frankfurt, das mich regelmäßig in die Mainmetropole geführt hat… und da habe ich mich in die Stadt verliebt. Auch, wenn ich nicht wusste, was ich künftig machen möchte, war ich zumindest sicher, wo ich arbeiten möchte. Zudem wollte ich mich auch nicht ganz von der Finanzbranche verabschieden, da ich nach neun Jahren doch ziemlich gut vernetzt war und so kam irgendwie eines zum anderen.

Die EURO FINANCE WEEK kannte ich noch von früher. Das Format hatte mich damals sehr beeindruckt und ich hatte mir oft vorgestellt, wie es wäre diese Konferenzwoche mitzugestalten. Dass das klappen würde, hatte ich ehrlich gesagt nicht für möglich gehalten. Ich hatte mich initiativ beworben und ich hatte Glück. Ich sollte damals gleich eine „FinTech“-Konferenz mit dem Titel „EURO FINANCE TECH“ organisieren. Und da hatte schon meine Herausforderung. Denn leider wusste ich damals nicht einmal, was „FinTech“ ist!

Und auch hier bin ich mit etwas Glück auf das Meetup „FinTech in and around Frankfurt“ von Felix Scheffka gestoßen. Dank Felix habe ich dort relativ zügig viele Leute aus der Community kennengelernt, die mich sehr bei der ersten EURO FINANCE TECH unterstützt haben. Über den Job kam dann auch sehr schnell das persönliche Interesse an FinTechs und Start-ups dazu. Daher ist es mir natürlich auch persönlich sehr wichtig, dass die EURO FINANCE WEEK als Plattform funktioniert, wo sich die „alten“ und „jungen Player“ vernetzen und austauschen können… und wenn jeder durch das Programm noch etwas lernen kann, dann habe ich meinen Job richtig gemacht.

 

Wenn Du Dich in Frankfurt verliebt hast, was sind dann Deine Lieblingslocations in unserer schönen Mainmetropole?

 

Frankfurt hat viele tolle Orte, aber am liebsten bin ich im Zoo oder im Wald beim Wandern oder Fahrrad fahren. Ich komme aus einem kleinen Dorf im Fichtelgebirge mit 800 Einwohnern. Wenn es die Zeit erlaubt, versuche ich alle sechs bis acht Wochen übers Wochenende nach Hause zu fahren. Das erdet wieder und man bekommt einen anderen Blickwinkel auf Dinge.

Ein paar Stunden beim Wandern oder Radfahren machen den Kopf wieder frei und schaffen Platz für neue Ideen. Daher würde ich sagen, ist die beste Brainstorming-Methode, gerade wenn man etwas „verkopft“ ist, raus aus dem Büro, ab in die Natur und mit Abstand auf die Aufgabe blicken.

Vielen Dank für das Interview mit Dir. Wir wünschen Dir viel Erfolg und viele spannende Gespräche mit bekannten sowie neuen Gesichtern auf der EURO FINANCE WEEK!

 

mm
Redaktion
Die MEET/N/WORK Redaktion ist stets auf der Suche nach aktuellen Trends in der Coworking Szene, nach interessanten Events und Veranstaltungen, den besten Lokalen in der Umgebung und nach allem, was die Community vernetzt und ihr einen Mehrwert bringt.